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10.01.05
Das größte Flugzeug aller Zeiten, der Airbus A380, steht kurz vor seinem Jungfernflug.

Der 18. Januar ist für den europäischen Flugzeugbauer Airbus ein wichtiger Termin, um die vor zwei Jahren errungene weltweite Marktführerschaft im zivilen Flugzeugbau abzusichern: dann wird das größte Passagierflugzeug der Welt – der Airbus A380-800 – in Toulouse der Öffentlichkeit vorgestellt.

73 Meter lang, 24 Meter hoch und eine Spannweite von 79,8 Metern sind nur einige der Kerndaten des Riesenflugzeuges. Diesen Dimensionen angemessen ist die Feier beim Roll-Out. Rund 5000 geladene Gäste, darunter Frankreichs Präsident Jacques Chirac, Bundeskanzler Gerhard Schröder und der britische Premier Tony Blair, sollen dem Spektakel noch mehr Glamour verleihen. Der Erstflug findet wenige Wochen später statt. Nach über einjährigen Test-Flügen soll das erste Serienmodell 2006 ausgeliefert werden.

Sparsamer als die Boeing 747

Mit dem vierstrahligen A 380 hat Airbus nun das Monopol des US-Konzerns Boeing bei Langstreckenflugzeugen mit hoher Sitzplatzzahl gebrochen. Der A 380 bietet weit mehr Platz, ist sparsamer und auch umweltfreundlicher als die Boeing 747. Der von Airbus etwas vollmundig als „Flugschiff des 21. Jahrhundert“ bezeichnete Mega-Liner soll den Passagieren auf drei Decks einen bislang nie gekannten Komfort bieten.

Die in der Standardversion in einer Dreiklassen-Einteilung vorgesehenen 555 Sitzplätze sind auf das Oberdeck mit acht Stuhlreihen und das Hauptdeck mit zehn Stuhlreihen verteilt. Die Sitze sind auch in der Economy-Klasse breit. Drinks können an mehreren Bars eingenommen werden.

Ruheräume und Kinderspielecke

Das Unterdeck ist für Sondereinrichtungen wie etwa Ruheräume, das Gepäck der Passagiere und Fracht vorgesehen. Sollte ein Kunde dies wünschen, können bis zu 853 Sitze eingebaut werden, was vor allem für asiatische Kunden interessant ist.

Das große Raumangebot bietet den Kunden viele Möglichkeiten zur individuellen Kabinengestaltung. So können Arbeitsmöglichkeiten mit Internet-Zugang für Geschäftsleute geschaffen werden, es könnten eine Kinderspielecke, Läden für den zollfreien Verkauf und Fitness-Räume eingebaut werden. Nur der Wunsch nach Einbau einer Badewanne kann nicht erfüllt werden – wegen des Überschwappens des Wassers bei Flugbewegungen.

Listenpreis 250 Millionen Dollar

Der Bau des A 380 wurde im Jahr 2000 beschlossen. Der Listenpreis beträgt 250 Millionen Dollar. Die Entwicklungskosten haben sich von geplanten zehn Milliarden Euro auf zwölf Milliarden erhöht, da zur Gewichtseinsparung mehr Leichtbaustoffe verwendet werden mussten. Vom 250. verkauften Flugzeug an macht Airbus nach eigenem Bekunden Gewinn.

Emirates ist größter Kunde

Bis Jahresanfang lagen schon 139 Bestellungen von 13 Kunden vor, darunter 17 für die Frachtversion A 380-F. Größter Kunde ist die arabische Fluggesellschaft Emirates aus Dubai, die 43 Flugzeuge bestellt hat. Sie will die Megaliner unter anderem für den Transport von Pilgern zu den Heiligen Stätten des Islam einsetzen.

Die Lufthansa hat 15 A 380 bestellt. Weltweit bereiten sich rund 60 Flughäfen für die Abfertigung des Super-Jumbos vor. Lufthansa hat 19 Flughäfen als Anflugziele vorgesehen. In Deutschland sind Frankfurt und München die einzigen Flughäfen, die vom A 380 angeflogen werden.

15 000 Kilometer Reichweite

Die erste Serienmaschine A 380-800 soll im Frühjahr 2006 an den Erstkunden Singapore Airlines ausgeliefert werden. Die Lufthansa bekommt ihr erstes Exemplar im Sommer 2007. Das erste Frachtflugzeug A 380-800 F wird 2008 an Emirates übergeben. Die Reichweite der Passagiermaschine beträgt rund 15 000 Kilometer. Das Frachtflugzeug kann 150 Tonnen Nutzlast bis zu 10 500 Kilometer weit befördern.

Auch um den A 380-800 herum hat Airbus andere Versionen konzipiert. Bei entsprechender Nachfrage sollen ein A 380-900 mit verlängertem Rumpf und bis zu 650 Sitzplätzen oder ein A 380-700 mit verkürztem Rumpf und verlängerter Reichweite angeboten werde, letzterer mit weniger als 500 Sitzplätzen.

Weltweite Arbeitsteilung

Zu Airbus gehören Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien. Aus Deutschland kommen das vordere und hintere Rumpfteil sowie das Seitenleitwerk. Frankreich liefert vor allem das Rumpfmittelteil, Großbritannien die Tragflächen und Spanien das Flugzeugheck. Daneben sind über 100 Zulieferfirmen aus aller Welt am Bau beteiligt.

So kommen die Notrutschen aus den USA. Andere Einzelteile werden etwa aus Japan und Korea geliefert. Die Teile werden nach Toulouse transportiert und dort zusammengebaut. Zur Endausstattung – Einbau der Sitze und der Inneneinrichtung – und zur Lackierung werden die Flugzeuge nach Hamburg geflogen, wo auf dem Airbus-Werksgelände in Finkenwerder eine riesige Halle für diesen Zweck gebaut wurde.
Quelle:
Original-Text (Focus)

Airbus A-380 (Modell)


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Diese Seite wurde am 11. Januar 2005 erstellt, letzte Änderung am 15. Januar 2010
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