Religionen

christliches, Seite 19


Religionen

Buddhismus

Das Glück der goldenen Mitte
"Leben ist Leiden. Nur die Befreiung des Herzens führt zur Verrichtung des Leidens." 600 Millionen Buddhisten verfolgen dieses Ziel. Ihre Tempel stehen oft auf Bergen. Übergangsstellen zwischen Himmel und Erde. Die Lehren Buddhas sind auch im individualistischen Westen beliebt. Man lenkt sein Schicksal selbst. Doch wie?
Als junger Mann entsagte Buddha jahrelang allen Dingen. Angeblich aß er nur noch ein Reiskorn pro Tag. Weil ihn die Qualen nicht erleuchteten, war seine Quintessenz: Genieße, aber werde nicht süchtig. Meditiere, aber verliere Dich nicht. Diesen Weg zwischen Überfluss und Askese muss jedoch jeder selbst finden.

Hinduismus

Das Glück der Entsagung
Hindus treiben sich Nägel durch den Leib. Sie verehren heilige Männer, die jahrzehntelang auf einem Bein stehen oder eingegraben in der Erde Leben. Denn: wer Qualen erträgt, findet sein Seelenheil. Die mehr als 800 Millionen Hindus kennen viele Riten, Götter und religiöse Orte. Zentrum des Glaubens: die uralte Stadt Varanasi (früher: Benares) am heiligen Fluss Ganges. Denn Wasser ist ewig und göttlich, da es vom Menschen nicht hergestellt werden kann.
"Nichts Ewiges ist durch Dinge zu gewinnen, die selber nicht ewig sind". Grenzenlos tolerant ist der Hinduismus - wenn er sich nicht angegriffen fühlt. So sah es auch der Pazifist Mahatma Gandhi, der berühmteste Hindu der Welt: "Ich möchte, dass die Kulturen aller Länder so frei wie möglich um mein Haus wehen. Aber ich lasse mich nicht umwehen."

Islam

Das Glück der festen Regeln
Ziel von 1,2 Milliarden Muslimen: eine Pilgerfahrt nach Mekka, das Umrunden der Ka'aba. Hier berührt das Göttliche das Weltliche. Der Koran sagt, dass Glauben und Gesellschaft eins sein sollen. Schwierig in einer modernen Welt. Islamisten wie die Taliban greifen zu brutalen Mitteln: grausame Strafen, Geschlechtertrennung, Kampf gegen Ungläubige. Doch im Koran steht auch der Satz: "Es gibt keinen Zwang in der Religion." Worte, die den meisten Muslimen wichtiger sind als der Terror der Islamisten.

Christentum

Das Glück des Verzeihens
Ein Satz, der die Welt veränderte: "Vater, vergib Ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun." Die Worte Jesu am Kreuz bergen die Basis des Christentums: Nächstenliebe, eine Religion der Gnade, Jesus büßte für die Sünden aller Menschen. Zur Zeit seines Todes hatte Christus nicht mehr als 100 Anhänger. Heute ist das Christentum eine Weltreligion mit etwa 2 Milliarden Mitgliedern. Eines ihrer Zentren: Rom, die Stadt, in der der Apostel Paulus lehrte, dass Gott den Menschen Gnade schenkt niocht aufgrund ihrer guten Taten, sondern weil er den Menschen ein Freund ist.

Judentum

Das Glück der Hoffnung
Die Klagemauer in Jerusalem: Sie ist für viele Juden das Symbol für den trotz Vertreibung und Verfolgung ungebrochenen Bund zwischen Gott und jüdischem Volk. "Du sollst keine anderen Götter haben neben mir." Das erste der zehn Gebote ist zentrales Element des ersten Ein-Gott-Glaubens der Welt, des Ursprungs von Christentum und Islam. Doch im Unterschied zum Christentum ist für die Juden Jesus nicht der ersehnte Gottessohn. Denn hätte sich die Welt zum Guten gewendet, wären sogar die Toten auferstanden. Hoffnungslos ist das Leben für die rund 17 Millionen Juden jedoch nicht. Der mensch ist als Ebenbild Gottes grundsätzlich gut, insbesondere, wenn er sich an die Halascha hält, das jüdische Religionsgesetz mit seinen Ge- und Verboten.

Sikhismus

Das Glück, ein Mensch zu sein
Es ist eine Gnade Gottes, existieren zu dürfen - und darum für die 20 Millionen Sikhs eine Pflicht, gottesgefällig zu leben. Das heißt für die in Indien sehr einflussreichen Sikhs: befreie dich von Egoismus und Unwissen. Spenden, Armenküchen - für Sikhs selbstverständlich. Sie sind oft wohlhabend. Der Goldene Tempel von Amritsar ist ihr Glaubenszentrum. Seit über 500 Jahren propagiert der Sikhismus die Gleichheit aller Menschen, egal, welcher Hautfarbe, Religion und welches sozialen Rangs. Darum tragen alle Männer den nachnamen "Singh", das heißt Löwe, alle Frauen "Kaur", Prinzessin. Ihr Glaube verbietet es ihnen, sich die Haare zu schneiden.

Shintoismus

Das Glück der Millionen Götter
Es ist der Glaube des alten Japan. So alt, dass nicht der Mensch, sondern die Natur und die Ahnen im Mittelpunkt stehen. Das Gleichgewicht in der Welt und zwischen den Menschen zu wahren, ist Ziel dieser Naturreligion. Shintoismus kommt ohne Heilige Schrift, Propheten und Theoöogie aus. Dafür bevölkern Millionen Götter die Welt, nehmen die Gestalt von Bergen, Blumen, Tugenden oder Wetterphänomenen an. Auch Familiensinn wird groß geschrieben im Shintoismus. Jeder Verstorbene erhält ebenfalls den Status eines Gottes. Ganz Japan ist von heiligen Orten überzogen. Der heiligste: der berühmte3776 Meter hohe Vulkankegel des Fuji. Wichtiger Bestandteil des Shintoismus sind die Heiligen Tore, "torii" genannt - der Übergang zwischen realer und spiritueller Welt.

abgetippt aus TV Hören und Sehen aus dem Heinrich Bauer Verlag- Unternehmen 16/2009

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Diese Seite wurde am 10. April 2009 erstellt, letzte Änderung am 08. Juni 2010
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